EIN MÄRCHEN VON MARY’S FAIRYLAND
Das Picknick geht spazieren
Am Häuschen mit der runden Tür wartet ein Picknick. Doch für den Schneckengast sieht der Gartenweg ganz anders aus.
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Der schönste Picknickplatz
Am nächsten Morgen tropfte kein Regen mehr von der Alten Eiche. Pip dachte an ein anderes Geräusch. Knusper. Er hatte ein kleines Stück Haferkuchen und gab sich große Mühe, es nicht zu essen. „Das ist für unseren Gast“, erinnerte Lulu ihn. „Ich weiß“, sagte Pip. „Ich prüfe nur, ob es einladend riecht.“
Sie bereiteten ein Picknick neben dem Häuschen mit der runden Tür vor. Seine cremefarbene Wand lag unter einem niedrigen Dach. Einzelne Rindenstücke bildeten den Dachrand. Oben wuchs Moos. Zwei runde Fenster blickten auf einen schmalen Steinweg. Im Garten lag ein Sonnenfleck. Genau dort sollte das Picknick stattfinden, fand Pip.
Er legte ein glattes Stück Rinde auf einen niedrigen Baumstumpf. Darauf kamen der Kuchen, drei rote Beeren und zwei winzige Holztassen. Neben den Stumpf legte Lulu ein frisches grünes Blatt. „Ein Teller für Nella“, sagte sie. Nella war eine Schnecke. Lulu hatte sie am Weidenbach kennengelernt. Heute kam sie zum ersten Mal zu Besuch.
„Wir müssen einen guten Eindruck machen“, sagte Pip. Er schob eine Beere ein Stück nach links. Dann wieder nach rechts. Lulu setzte sich auf den kleinen Gartenstuhl. Alles war fertig. Am anderen Ende des Weges glitzerte etwas Silbernes.
Der Gast, der fast schon da war
„Sie ist fast schon da“, sagte Pip. Er rückte die Tassen zurecht. Dann faltete er eine Ecke des Blatttellers um. Er faltete sie wieder auf, denn Lulu meinte, ein Gast sollte seine Ecken selbst aussuchen dürfen. Der Sonnenfleck wanderte über den Stumpf. Eine Kiefernnadel fiel auf den Weg. Noch immer kam niemand durch das kleine Zweigtor.
Pip stieg auf den Stuhl und hielt Ausschau. Die silberne Linie endete hinter dem ersten Trittstein. Nella war nicht zu sehen. „Vielleicht ist sie falsch abgebogen.“ Lulu ging zum Tor. „Vielleicht sollten wir erst nachsehen.“ Sie nahm den Blattteller mit. Pip folgte ihr. Der Kuchen lag sicher in seinem Korb.
Der erste Stein war für Pip ganz leicht. Ein Hüpfer, schon war er darüber. Beim zweiten musste er etwas höher springen. Darauf war er ziemlich stolz. Dann blieb Lulu am ersten Stein stehen und schaute hinunter. Von seiner schattigen Seite kam eine leise Stimme. „Hallo. Ich habe gehofft, das wäre der letzte Hügel.“
Pip beugte sich über den Rand. Für ihn gehörte der Stein zu einem besonders schönen Weg. Von unten sah er anders aus. „Es ist doch nur eine Stufe“, begann er. Dann ging er so tief in die Hocke, dass seine Nase fast den Boden berührte. Der obere Rand des Steins verschwand über ihm.
Ein sehr großer kleiner Stein
Nella ruhte neben einem trockenen Buchenblatt. Auf ihrem braunen Gehäuse saßen winzige Krümel von alten Blättern. Sie war vom Bach gekommen, um eine Wurzel herum, unter einem Farn hindurch und über einen abgefallenen Zweig. „Es war ein schöner Spaziergang“, sagte sie. „Unterwegs gab es einen besonders interessanten Schattenfleck.“
Pip schaute zum Häuschen zurück. Vor dem Tor lagen noch drei Trittsteine. Dann kam der Stumpf. Und darauf das Picknick. Sein guter Eindruck war plötzlich ziemlich weit oben. „Ich könnte dich tragen“, bot er an. Er streckte beide Pfoten aus und wartete. Nella zog ihre Fühler ein wenig zurück. „Danke. Ich möchte lieber selbst auf dem Boden bleiben.“
Lulu setzte sich neben sie. Von hier aus sahen sie ein schmales Stück Himmel zwischen zwei Wurzeln. Die Erde roch kühl und nach Holz. Pip stellte den Korb ab. Ein Krümel fiel durch eine Lücke auf das Buchenblatt. Nella streckte sich danach. „Euer Picknick riecht von hier unten sehr gut.“
Eine Weile sagte niemand etwas. Pip schaute auf den Krümel. Dann auf den Korb. Dann auf den langen Weg hinauf zu seinem sorgfältig gedeckten Tisch. „Lulu“, sagte er langsam. „Muss ein Picknick eigentlich dort bleiben, wo man es hingestellt hat?“
Das Picknick ist unterwegs
„Sollen wir es hierherbringen?“, fragte Lulu. Nellas Fühler richteten sich auf. „Können Picknicks spazieren gehen?“ „Wenn ihnen jemand hilft“, sagte Pip. Er ließ den Korb auf dem Buchenblatt stehen und eilte zum Häuschen zurück. Der Tisch sah noch genauso schön aus wie vorher. Aber auch ziemlich einsam.
Er nahm die beiden Tassen vom Rindentablett. Die trug Lulu. Pip faltete ein Blatt um die Beeren und legte das kleine Päckchen auf das Tablett. Der Kuchen wartete schon in seinem Korb neben Nella. Gemeinsam hoben sie das Tablett vom Stumpf. Ohne die wackelnden Tassen darauf ließ es sich leichter tragen. Den Stuhl ließen sie stehen.
Am zweiten Stein machten sie eine Pause. Pip setzte seine Seite zuerst ab. Das Tablett kippte. Lulu fing es auf, bevor es ins Gras rutschte. Als es sicher lag, stellte sie die Tassen neben das Päckchen. „Ein Picknick auf Wanderschaft sollte langsam gehen“, sagte sie. Pip schaute zu Nella hinüber. Sie wartete im Schatten. „Ja“, sagte er. „Das merke ich auch gerade.“
Hinter dem ersten Stein bildeten zwei Wurzeln eine flache, geschützte Ecke. Lulu legte das Tablett dort auf den Boden. Pip stellte die Tassen daneben. Dann schob er den Blattteller direkt zu Nella. Niemand musste irgendwo hinaufklettern. Sogar für ihr Gehäuse war genug Platz.
Die Aussicht von hier unten
Pip biss vorsichtig vom Kuchen ab. Knusper. Endlich. Nella probierte den Rand ihres grünen Blattes. Lulu goss ein wenig Wasser in die Tassen. Über ihnen wanderten Farnschatten über die raue Rinde. Von hier unten sah es aus, als würde jeder Windhauch das ganze Dach des Waldes bewegen.
„Sehen deine Spaziergänge so aus?“, fragte Pip. „Manchmal“, sagte Nella. „Meistens finde ich schon etwas Interessantes, bevor ich weit gekommen bin.“ Sie zeigte mit einem Fühler auf ein kleines eingerolltes Blatt. Darin lag noch Wasser vom letzten Schauer. Ein Stück blauer Himmel spiegelte sich in der winzigen Pfütze.
Pip rückte näher. Auf dem Weg zum Häuschen war er über dieses Blatt gestiegen. Er hatte gar nicht bemerkt, dass es ein Stück Himmel trug. Lulu stellte ihre Tasse ab. Gemeinsam sahen sie zu, wie eine Wolke durch das Spiegelbild zog. Eine große Wolke in einem sehr kleinen Blatt. Niemand sagte etwas, bis sie verschwunden war.
Dann nahm Pip eine Beere. „Die sollte eigentlich links liegen“, sagte er. Nella betrachtete den Blattteller. „Von wem aus gesehen?“ Pip schaute von ihrer Seite auf die Beere. Dann lachte er und legte sie dorthin, wo sie alle drei erreichen konnten.
Ein Platz zum Wiederkommen
Als der Kuchen aufgegessen war, machte Nella sich auf den Weg zum Weidenbach. Sie beeilte sich nicht. Am eingerollten Blatt blieb sie noch einmal stehen. Pip schaute zu, bis ihr Gehäuse hinter einer Wurzel verschwand. „Sie ist noch nicht weit gekommen“, sagte er. „Sie hat etwas gefunden“, antwortete Lulu.
Sie trugen das Tablett zum Häuschen zurück. Der Stumpf stand noch immer am schönsten Sonnenplatz im Garten. Pip strich eine Kiefernnadel herunter. Den kleinen Stuhl ließ er daneben stehen. Vielleicht wollte später jemand dort sitzen. Er drückte das wackelnde hintere Stuhlbein etwas fester in die Erde.
Lulu spülte die Tassen aus. Pip packte den Korb. Er legte ein frisches grünes Blatt hinein und prüfte, ob seine Ränder genug Platz hatten. „Fürs nächste Mal“, erklärte er. „Wir haben keinen Kuchen mehr“, sagte Lulu. „Es ist nicht für den Kuchen.“ Pip schob das Blatt vorsichtig unter den Henkel.
Er stellte den Korb neben das Tablett auf die Stufe. Auf dem Weg glitzerte Nellas silberne Spur im Nachmittagslicht. Sie führte um den hohen Stein und verschwand beim Farn. Pip betrachtete sie. Dann sah er zu Lulu hoch. „Wir können den langen Weg nach Hause nehmen“, sagte er. „Ich kenne ein Blatt, das ich gern besuchen möchte.“
Mit KI erstellt und automatisch geprüft. Gemeinsames Lesen wird empfohlen.

